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WestSpiel Casinos: Doch kein Verkauf?

Vorhang auf für den nächsten Akt im Drama um die WestSpiel Casinos. Diese haben in den letzten Jahren eigentlich eine massive Talfahrt hingelegt. Blöd für das Land Nordrhein-Westfalen, denn dieses ist über die NRW-Bank auch zu 100 Prozent der Eigentümer der WestSpiel Casinos. Die Lösung: Eine Privatisierung der klammen Betriebe. Doch genau dieser Plan könnte jetzt möglicherweise wieder über den Haufen geworfen werden. Und warum? Richtig, die Zahlen der Spielbanken haben sich ins Positive entwickelt. Und werden das offenbar auch in der nahen Zukunft weiterhin tun.

Die Anlage des Casinos in Aachen.

Auch das Casino in Aachen gehört zu den WestSpiel Casinos. Wie genau es mit den eigentlich zum Verkauf freigegebenen Casinos weitergehen soll ist unklar. (©Pixabay)

NRW wollte die vier Casinos eigentlich loswerden

Die Posse um die WestSpiel Casinos in NRW zieht sich mittlerweile schon über mehrere Monate. Jahrelang waren die vier Spielbanken für das Bundesland eine enorme Einnahmequelle. Die Umsätze stiegen, die Erträge wuchsen ebenfalls. Doch vor einigen Jahren änderte sich die Situation ein wenig. Der Wind hat sich gedreht und plötzlich blieben die Einnahmen in den meisten der Casinos aus. Richtig viel verdient wurde nicht mehr. Das wiederum hat vor allem bei CDU und FDP dafür gesorgt, den Plan ins Leben zu rufen, den mittlerweile zum „Klotz am Bein“ gewordenen WestSpiel-Haufen zu privatisieren. Erst einmal keine ganz schlechte Idee, immerhin ist es für das Land nicht wirklich förderlich, jahrelang ein Minusgeschäft mit vier Spielbanken am Leben zu halten.

Die Suche nach einem neuen Eigentümer begann also, stellte sich jedoch als reichlich kompliziert heraus. Kein Wunder: Immerhin müssen die Spielbanken vom neuen Eigentümer erst einmal wieder auf Kurs gebracht werden. Der österreichische Konzern Novomatic lehnte dankend ab, ebenso wie die bekannte Gauselmann Gruppe aus Deutschland. Letztere erklärte damals über einen Sprecher, dass die Casinos erst einmal eine Auffrischungskur benötigen würden, ehe sich jemand für diese interessieren würde. Doch jetzt könnte noch einmal alles anders kommen.

Spielbanken entwickeln sich überraschend positiv

Der Grund für den erneuten Trendwechsel liegt jetzt im Konzernabschluss der Westdeutschen Spielbanken GmbH für das Jahr 2018. Dieser wurde vor wenigen Tagen vom NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper vorgelegt. Und die Zahlen sind durchaus überraschend. So haben die vier Spielbanken im Jahr 2018 offenbar einen Bruttospielertrag von ganzen 92,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein satter Anstieg von elf Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Und das ist nicht alles. So zeigt sich im Abschluss auch, dass das Unternehmen sein Minus aus dem Jahr 2017 von sieben Millionen Euro auf nur noch minus 3,58 Millionen Euro in 2018 verringern konnte. Der Fehlbetrag konnte also um fast die Hälfte gemindert werden. Der nun noch vorhandene Fehlbetrag resultiert laut Unternehmen von der Spielbankenabgabe für gemeinnützige Zwecke. Ganze 50 Prozent werden vom Unternehmen hier abgeführt.

Obwohl diese Entwicklungen bereits als enorm positiv bezeichnet werden können, dürfte es in den kommenden Monaten sogar noch besser weitergehen. Die Einschätzung vom Finanzminister: Die Einnahmen werden weiter steigen. So sollen im Jahr 2019 in den vier Spielbanken Bruttospielerträge von 114,9 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Damit könnte man gegenüber dem ohnehin schon starken Jahr 2018 noch einmal ein Plus von 25 Prozent vorweisen. Und Optimisten sehen sogar noch Luft nach oben. Begründet wird dies vor allem damit, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres mit 58,3 Millionen Euro bereits mehr als die Hälfte des angepeilten Ertrags erwirtschaftet wurde.

Verkauf gerät wieder unter Beschuss

Genau diese Zahlen bringen nun die SPD dazu, die Privatisierung der Casinos erneut zu kritisieren. Von SPD-Mann Stefan Zimkeit heißt es hierzu: „Die von der Landesregierung betriebene Privatisierung ist mit der wirtschaftlichen Lage nicht mehr zu begründen.“ Es gäbe eine klare positive wirtschaftliche Entwicklung. „Unter diesen Voraussetzungen die Privatisierung weiterzutreiben, wäre eine rein ideologische Entscheidung auf Druck der FDP“, so Zimkeit. Ob dies allerdings wirklich dazu beitragen dürfte, dass die Debatte um einen möglichen Verkauf noch einmal neu forciert wird, bleibt erst einmal sehr fraglich.

Doch woher kommt es eigentlich, dass die Spielbanken plötzlich so gute Zahlen vorlegen können? Im Wesentlichen lässt sich dies mit dem Plus im Automatenspiel begründen. Das Automatenspiel ist in den Spielbanken offenbar wieder beliebter geworden, nachdem für die Spielotheken und Spielhallen durch den Gesetzgeber neue Regelungen festgelegt wurden. Diese belasten nicht nur die Betreiber und Aufsteller, sondern offensichtlich auch die Spieler. Sodass diese mit großer Freude den Weg in die nächste Spielbank suchen. Jens Hashagen, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei WestSpiel, erklärte hierzu: „Nur einer entscheide, ob die Spielbanken Plus oder Minus machen: Das ist der Gesetzgeber.“ Angesichts der verschärften Regelungen für die Spielhallen hat sich der Gesetzgeber zuletzt eher für die Spielbanken entschieden.

Technische Richtlinie 5.0 drückt Spielhallen-Begeisterung

Der Gesetzgeber hat die Rahmenbedingungen für das Automatenspiel in Spielhallen und Spielotheken in Deutschland deutlich verändert. Eingeführt wurde die sogenannte Technische Richtlinie 5.0, mit der zum Beispiel neue Maximalvorgaben für die Automaten umgesetzt wurden. Spieler können in einer Stunde nur noch maximal 60 Euro an einem Gerät verlieren. Zuvor lag dieser Betrag bei 80 Euro pro Stunde. Gleichzeitig sind pro Stunde auch nur noch Maximalgewinne von 400 Euro möglich. Dieser Wert lag zuvor bei 500 Euro. Für die Automatenaufsteller war die Umstellung mit einem enormen Aufwand verbunden. Die Geräte mussten ausgetauscht bzw. neu entwickelt werden. Zusätzlich dazu hat die stationäre Branche seit jeher mit Umsatzproblemen zu kämpfen. Einer der Gründe: Spieler müssen ihre Automaten mit einer Spielerkarte freischalten und können so nur noch einen Automaten zur Zeit bedienen. Für Spieler, die zuvor an mehreren Automaten gespielt haben, ist das ein Nachteil. Ebenso für die Betreiber, denn immerhin kann mit weniger bespielten Geräten auch nur ein geringerer Umsatz eingefahren werden. Und das alles wiederum spielt offensichtlich den Spielbanken, wie den WestSpiel Casinos, in die Karten.

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Der Beitrag wurde am 12.9.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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