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Casino Zahlungen: Wirecard muss Insolvenz anmelden

In Deutschland spielt sich aktuell möglicherweise einer der größten Wirtschafsskandale in der Geschichte der Bundesrepublik ab. Mittendrin ist der Münchener Zahlungsdienstleister Wirecard. Das Unternehmen, das seine Dienstleistungen auch in Online Casinos zur Verfügung gestellt hat, ist auf der Suche nach einem Betrag von rund 1,9 Milliarden Euro. Was zunächst etwas amüsant klingt, ist allerdings enorm ernst. Es scheint, als hätte es dieses Geld niemals gegeben. Zahlreiche Anleger könnten somit getäuscht worden sein. Von wem, das gilt es nun herauszufinden.

Geld wird in einen Laptop eingeführt.

Die Zahlungen für Glücksspiele im Internet sind mit Wirecard nicht mehr möglich. Der Konzern muss nach einem Bilanz-Skandal Insolvenz anmelden und sucht verzweifelt nach rund 1,9 Milliarden Euro. (©stevepb/Pixabay)

Wirecard Insolvenz: Wo sind die 1,9 Milliarden Euro?

Der Münchener Finanzdienstleister Wirecard steckt in der Krise. Wie das ZDF vor einigen Tagen berichtete, sollen dem Unternehmen rund 1,9 Milliarden Euro fehle. Die wirtschaftliche Lage wurde demnach von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (vormalig Ernst & Young) analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass ein Betrag von 1,9 Milliarden Euro als vorhanden ausgewiesen wurde, dies aber offenbar gar nicht ist. Das bringt Wirecard in enorme Schwierigkeiten. Der Konzern hatte Ende letzter Woche mitgeteilt, dass man den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht habe. In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen damals: „Der Vorstand der Wirecard AG hat heute entschieden, für die Wirecard AG beim zuständigen Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zu stellen.“

Die große Frage: Wo sind die vermeintlichen 1,9 Milliarden Euro geblieben? Wirecard beruft sich in diesem Zusammenhang auf einen Treuhänder auf den Philippinen. Dieser allerdings scheint derzeit nicht auffindbar. Die Banken auf den Philippinen, auf denen sich das Geld eigentlich befinden sollte, wissen von den Zahlungen nichts und teilten mit, dass die Wirecard AG kein Kunde ihres Hauses sei. Wie verschiedene Medien berichten, geht das Unternehmen EY mittlerweile davon aus, dass man es mit einem enormen Ausmaß von Wirtschaftskriminalität zu tun habe.

Wirecard war mindestens auffällig

Neben der Suche nach den verschwundenen Milliarden beschäftigt im Fall Wirecard noch eine weitere Frage: Wie konnte das passieren? Immerhin unterliegt der Konzern als Aktienunternehmen strengen Prüfungen. Zudem soll es bereits in der Vergangenheit mindestens Unstimmigkeiten gegeben haben. Wie die „Financial Times“ berichtete, soll Wirecard in Scheingeschäfte in Dubai, Asien und Irland beteiligt gewesen sein. Ebenso berichtete die Zeitung in diesem Zusammenhang auch von veruntreuten Geldern und gefälschten Bilanzen. Das deckt sich mit den jüngsten Entwicklungen. Demnach sollen Prüfer vor einiger Zeit Zweifel an der Existenz einiger Beträge auf dem Geschäftskonto gehabt haben. Der Jahresabschluss 2019 wurde dann von der Prüfungsgesellschaft EY untersucht, welche herausfand, dass für die besagten Konten offenbar gefälschte Dokumente verwendet wurden. Anschließend wurden diese Entwicklungen den Behörden und dem Aufsichtsrat mitgeteilt.

Perfekt scheint somit ein Wirtschaftskrimi erster Güteklasse. Wirecard wurde im Jahre 1999 gegründet und hatte sich in der Anfangszeit vor allem durch Kooperationen mit Glücksspielunternehmen im Internet einen Namen machen können. Das Unternehmen kooperierte bis zuletzt allerdings auch mit großen Konzernen wie LIDL oder Apple und galt als einer der größten deutschen Senkrechtstarter im Bereich der Finanzdienstleistungen. Diese Erfolgsgeschichte ist nun zerfallen.

In dieser Form einmalig

Wirtschaftsskandale hat es in der Bundesrepublik bereits einige gegeben. Allerdings scheint der Wirecard-Skandal einen neuen Maßstab zu setzen. Das bekommen auch die Anleger zu spüren. Rangierte die Aktie des Unternehmens noch vor einigen Wochen bei rund 100 Euro, ist sie zwischenzeitlich auf 2,50 Euro gefallen. Das Papier erholte sich zwar wieder ein wenig, ist von den ursprünglichen 100 Euro aber denkbar weit entfernt. Es gilt erst einmal als sehr unwahrscheinlich, dass diese Grenze wieder erreicht werden kann. Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz erklärt: „Das ist in dieser Form einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass sich ein DAX-Unternehmen in dieser Weise innerhalb kürzester Zeit selbst demontiert.“ Laut Einschätzungen vieler Experten könnte der Wirecard-Skandal tatsächlich als einer der größten Finanzskandale in die Geschichtsbücher der Deutschen Wirtschaft eingehen.

Unzähligen Kleinanlegern dürfte das allerdings nur ein schwacher Trost sein. Diese könnten nun auf ihren verlorenen Einlagen sitzen bleiben. Zudem ist unklar, wie mit den Entwicklungen der letzten Jahre vergangen wird. Immerhin stuften nicht nur die aktuellen Geschäftszahlen auf den vermeintlich vorhandenen 1,9 Milliarden Euro, sondern auch vorherige Auswertungen. Auch die waren dementsprechend bereits falsch.

Wirecard-Chef Braun zwischenzeitlich in U-Haft

Auf der Suche nach den Schuldigen in diesem Skandal hat die Münchener Staatsanwaltschaft am vergangenen Montagabend Haftbefehl gegen Markus Braun erlassen. Braun war von Januar 2002 bis zum Bekanntwerden des Skandals geschäftsführendes Vorstandsmitglied und technischer Direktor der Wirecard AG. Braun befand sich allerdings nur kurzzeitig in U-Haft und soll laut Medienberichten gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro wieder auf freien Fuß gekommen sein. Zumindest aktuell nimmt die Geschichte so für Braun ein versöhnliches Ende. Als die Skandalgeschichte langsam Fahrt aufnahm, verkaufte der Manager rund fünf Millionen Papiere von Wirecard und konnte sich so einen Millionenbetrag in die eigene Tasche stecken. Und: Gut 3,2 Millionen Aktien soll Braun auch weiterhin besitzen. Deren Wert liegt derzeit immerhin bei rund zehn Millionen Euro.

Neben Braun interessiert die Behörden vor allem die Rolle von COO Jan Marsalek. Dieser war für das Tagesgeschäft und damit auch für die Treuhandkonten auf den Philippinen zuständig. Marsalek wurde fristlos entlassen, konnte bisher aber nicht ausfindig gemacht werden. Mittlerweile wird der ehemalige COO per Haftbefehl gesucht.

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Der Beitrag wurde am 1.7.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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