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Novomatic: Verkauf der Casag-Anteile

Novomatic ist vor allem für seine eigenen Spielentwicklungen bekannt. Allerdings ist der Glücksspielkonzern aus Gumpoldskirchen auch in ganz anderen Funktionen aktiv. So zum Beispiel als Teilhaber der Casinos Austria AG. In den letzten Wochen geriet diese Zusammenarbeit allerdings gleich mehrmals in den Fokus der Ermittlungsbehörden und steht gelinde gesagt nicht unter den besten Sternen. Das sind offenbar Gründe für Novomatic, um offen über einen Verkauf der Casag-Anteile nachzudenken. Der Konzern beteuert aber, dass dies nichts mit der „Casino-Affäre“ zu tun habe, sondern lediglich mit der Entwicklung der Casinos Austria.

Roulettespiel in einer Spielbank.

Wenn in den Casinos Austria gespielt wird, profitiert davon auch der Glücksspielriese Novomatic. Allerdings scheint der Konzern nicht mehr sonderlich interessiert an seinen Anteilen und möchte diese verkaufen. (©pixabay)

Novomatic plant Casag-Verkauf: Kritiker werden hellhörig

In der österreichischen Politik ging und geht es heiß her. Ein Beteiligter ist dabei ganz offenbar auch der Glücksspielriese Novomatic aus Gumpoldskirchen. Um die Rolle des Glücksspielkonzerns zu verstehen, muss zunächst ein Blick in die Vergangenheit geworfen werden. Im März 2019 durfte sich hier der FPÖ-Politiker Peter Sidlo über die Wahl zum neuen Finanzvorstand der Casinos Austria AG freuen. Bereits damals gab es einige kritische Stimmen, die erklärten, dass der Politiker nicht über die ausreichende Qualifikation für den Job verfügen würde. Dennoch wurde Sidlo als Finanzvorstand tätig. Nur rund zwei Monate später machte die sogenannte „Ibiza-Affäre“ die Runde. Hier stand eine mögliche Absprache zwischen Novmatic und den österreichischen Partien im Raum. Angetrieben durch den Ex-Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ). Dieser erklärte in dem Video: „Novomatic zahlt an alle.“

Wiederum rund einen Monat später berichten österreichische Medien über Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien. Hier deutet ein Durchsuchungsbefahl an, dass offenbar Teile von FPÖ und Novomatic gemeinsame Sache gemacht haben. Die FPÖ soll Novomatic so Vorteile bei Lizenzvergaben und anderen politischen Dingen in Aussicht gestellt haben. Novomatic wiederum stimmte demnach der Ernennung von Sidlo als Finanzvorstand zu. Im weiteren Verlauf wurden zahlreiche Haudurchsuchungen durchgeführt – unter anderem bei Strache, Sidlo, Novomatic-Chef Harald Neumann und dem Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP). Wie Medien berichten, soll auch der ÖVP-Mann offenbar in die Sache involviert gewesen sein. Wie zuvor auch Strache, zog sich Löger kurze Zeit später aus der Politik zurück.

Beim Kauf der Anteile anders vorgestellt

Kritiker vermuten nun, dass der Verkauf der Casag-Anteile auch etwas mit der Casino-Affäre zu tunhaben könnte. In der Tat zieht sich die Schlinge um die Akteure enger. So wurde kürzlich aufgrund von Kurznachrichten bekannt, dass Strache und Löger tatsächlich die Wahl von Sidlo als Finanzvorstand vorantrieben. Vermutet wird so, dass Sidlo als Spielfigur die Interessen von FPÖ und Novomatic in der Casinos Austria AG sichern sollte. Das Land ist an den Casinos mit etwas mehr als 33 Prozent beteiligt, weitere etwas mehr als 17 Prozent gehören der Novomatic-Gruppe. Von derartigen Verschwörungen allerdings möchte Novomatic-Chef Harald Neumann nichts wissen. Dieser stellte sich in einem Interview mit dem „Kurier“ jüngst den Fragen eines Reporters, konnte den Wirbel um den Verkauf der Casag-Anteile aber nicht nachvollziehen. Man habe sich die Entwicklung schlichtweg anders vorgestellt, als die Anteile erworben wurden, so Neumann.

Genauere Details zu den Plänen wollte der Novomatic-Boss noch nicht bekanntgeben. Angekündigt wurde aber, dass in den nächsten Wochen über einen möglichen Ausstieg bei den Casinos Austria nachgedacht werden soll. Bereits jetzt sorgt das natürlich für Spekulationen. Das Portal „heute.at“ schätzt etwa, dass der Verkauf der Casag-Anteile vor allem im Bereich des Automatenspiels und der Sportwetten vollzogen werden soll. Betroffen sein könnte dann auch die Novomatic-Tochter Admiral, welche für eben jene beiden Bereiche zuständig ist.

Casino-Affäre bleibt weiterhin ein heißes Thema

Dass die Politik und Behörden den Fall der Casino-Affäre noch nicht aus den Augen verloren haben, liegt auf der Hand. Ganz im Gegenteil: Noch unzählige Fragen sind offen und sollen durch einen Untersuchungsausschuss in den kommenden Wochen bzw. Monaten geklärt werden. Am Dienstag wurde im Nationalrat Österreichs eine Sondersitzung zur Casino-Affäre einberufen, in welcher eine lückenlose Aufklärung der Umstände gefordert wurde. Hierfür machte sich unter anderem die SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner stark. Diese erklärte in ihrer Rede, dass die Nachrichten zwischen Strache und Löger gezeigt hätten, dass es „scheinbar Absprachen gegeben hat.“. Die SPÖ war gemeinsam mit den NEOS die treibende Kraft hinter der Sondersitzung. Die Reaktionen der FPÖ-Politiker auf die Vorwürfe fielen unterschiedlich aus. So erklärte Herberg Kickl von der FPÖ, dass eine Denunzierungskampagne gegen seine Partei laufe. Klaus Fürlinger von der ÖVP wiederum berief sich auf die Unschuldsvermutung in Österreich und war angesichts der Vorwürfe von Rendi-Wagner empört.

Rund um den Fall werden also wohl erst einmal noch einige Fragen ungeklärt bleiben, auch wenn die Behörden mit Hochdruck an der Aufklärung arbeiten dürften. Einen ähnlichen Fall gab es übrigens in den letzten Monaten auch in Australien. Hier wird dem Glücksspielriesen der Crown Resorts vorgeworfen, Teile der Einwanderungsbehörde bestochen zu haben. In „Down Under“ handelt es sich um einen insgesamt ähnlich komplexen Fall, in welchen neben der Behörde und dem Unternehmen auch die chinesische Mafia involviert sein soll. So wurde berichtet, dass die Einwanderungsbehörde bei Visa-Anträgen von chinesischen Spielern offenbar nicht so ganz genau hingeschaut haben soll, um diesen möglichst problemlos die Einreise und das Spiel im Crown Resort in Melbourne zu ermöglichen. Darüber hinaus werfen verschiedene Medien des Landes dem Glücksspielunternehmen vor, mit illegalen Anbietern aus Macau zusammengearbeitet zu haben und in Geldwäschevorgänge der chinesischen Mafia involviert zu sein. Insgesamt also enorm schwere Vorwürfen, mit deren Aufklärung Polizei und Behörden in den kommenden Monaten noch intensiv beschäftigt sein werden. Bleibt zu hoffen, dass die Verstrickungen in Österreich etwas schneller aufgedeckt werden können. Zunächst einmal darf aber mit Spannung erwartet werden, ob Novomatic tatsächlich einen Verkauf der Casag-Anteile fokussiert. Gerüchte hierüber gibt es immerhin nicht zum ersten Mal.

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Der Beitrag wurde am 6.12.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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