Ob auf TikTok, Instagram oder in Spielen wie Roblox und Fortnite, überall locken jetzt Online-Adventskalender für Kinder und Jugendliche. Ein Klick, eine kleine Überraschung. Das klingt nach einem harmlosen Spaß, um die Wartezeit auf Weihnachten zu verkürzen. Doch Vorsicht ist geboten. Hinter vielen dieser bunten Türchen verbergen sich Datenfallen und teure Abos. Betrüger nutzen die Neugier ganz bewusst aus und am Ende steht oft eine böse Überraschung auf der Abrechnung. Wir zeigen euch, worauf ihr achten solltet.
Bunte Türchen, großer Spaß. Doch hinter Kinder-Adventskalendern im Internet verstecken sich oft mehr als nur kleine Geschenke.
- Online Adventskalender wirken harmlos, doch dahinter verbergen sich oft Datenfallen und teure Abos.
- Kalender sammeln private Kinderdaten für Werbezwecke.
- Auch ungesicherte In-Game-Käufe werden schnell zur Kostenfalle.
Daten statt Geschenke
Die größte Überraschung bei vielen Online-Kalendern ist nicht das kleine Spiel dahinter, sondern die lange Liste an Fragen, die man vorher beantworten muss. Verbraucherschützer haben da mal genauer hingeschaut und das Ergebnis ist ernüchternd. Oft werden Name, Adresse, Geburtsdatum und sogar die Telefonnummer des Kindes verlangt, nur um teilnehmen zu können.
Und wofür der ganze Aufwand? Meistens landen diese Informationen direkt in Werbeverteilern und sorgen für ein volles Postfach nach den Feiertagen. Unsere Faustregel ist daher ganz einfach. Ein Spitzname und eine E-Mail-Adresse sind in Ordnung. Wird aber mehr verlangt, ist es besser, wenn ihr gemeinsam nach einer Alternative sucht.
Falsche Gewinne und echte Abofallen
Aber es geht noch eine Stufe dreister. Kriminelle nutzen die Weihnachtsvorfreude gezielt aus und ködern Kinder und Jugendliche mit den tollsten Preisen, von der neuen Spielekonsole bis zum Smartphone. Ihre Betrugsmaschen sind raffiniert, aber das Ziel ist immer dasselbe. Es geht darum, an euer Geld oder an private Daten zu kommen.
Link zum falschen Glück
Es fängt oft ganz harmlos an. Eine WhatsApp-Nachricht verspricht einen tollen Adventskalender einer bekannten Marke, angeblich umsonst. Wer neugierig auf den Link klickt, landet auf einer Seite, die für Phishing genutzt wird oder direkt in eine teure Abofalle führt. Dort soll man dann persönliche Daten oder sogar Bankinformationen für eine kleine Versandgebühr eingeben. Eine andere fiese Variante sind Kettenbriefe. Man muss die Nachricht erst an alle Freunde weiterschicken, um den Gewinn zu erhalten. So helfen vor allem Kinder oft unwissentlich mit, den Betrug zu verbreiten. In beiden Fällen ist das Ergebnis dasselbe. Die Daten sind weg und ein Gewinn kommt nie an.
Lockangebote auf Instagram
Auf Instagram und TikTok taucht gerade vermehrt Fake Werbung für spezielle Online-Adventskalender auf. Hier wird versprochen, dass man für einen kleinen Betrag, sagen wir 9,99 Euro, jeden Tag eine Online-Überraschung freischalten kann, etwa ein Mini-Spiel oder exklusiven Content. Das Problem ist nur, dass es diese Kalender gar nicht gibt. Wer hier bezahlt, verliert sein Geld und im schlimmsten Fall werden die Zahlungsdaten für weiteren Missbrauch kopiert. Das ist klassischer Online Shopping Betrug, nur eben im weihnachtlichen Gewand.
Von V-Bucks Betrug bis zur Kostenexplosion
Die Weihnachtszeit macht auch vor der Spielwelt keinen Halt. Games wie Fortnite oder Roblox locken mit eigenen Events und Geschenken. Das ruft leider auch Betrüger auf den Plan. Sie erstellen Webseiten oder YouTube-Videos, die kostenlose V-Bucks oder seltene Skins versprechen. Eure Kinder müssen dort nur einen Spielernamen eingeben oder eine angebliche Partner-App herunterladen. Statt der erhofften Belohnung werden aber nur die Zugangsdaten zum Konto gestohlen oder sogar Schadsoftware installiert.
Mindestens genauso teuer kann die zweite große Gefahr werden, die direkt im Spiel lauert. unbemerkte In-App-Käufe. Ist die Kreditkarte im App-Store hinterlegt und nicht durch ein Passwort geschützt, kann ein einziger Klick eures Kindes auf einen bunten Button echtes Geld kosten. Oft verstehen die Kleinen gar nicht, dass sie gerade eine Transaktion auslösen. Die Schockmomente vieler Eltern bei der nächsten Monatsabrechnung sind legendär und reichen von kleinen Beträgen bis zu Summen im vierstelligen Bereich.
Die wichtigsten Tipps für Eltern
Was heißt das jetzt konkret für eure Familie? Keine Sorge, mit ein paar einfachen Regeln und den richtigen Einstellungen am Gerät könnt ihr die Vorweihnachtszeit im Internet ganz entspannt genießen. Das Wichtigste ist, dass ihr im Gespräch bleibt und gemeinsam hinschaut, bevor geklickt wird.
Das sind die Punkte, auf die es ankommt:
- Redet miteinander: Erklärt eurem Kind in einfachen Worten, warum es niemals Adresse oder Telefonnummer online eingeben sollte.
- Prüft die Quelle: Nutzt nur offizielle Kalender von Marken, die ihr kennt und denen ihr vertraut. Klickt nicht auf Links in dubiosen WhatsApp-Nachrichten.
- Aktiviert den Kinderschutz: Richtet auf Smartphone, Tablet und Konsole Kindersicherungen ein. Ein Passwort vor jedem Kauf ist die beste Bremse gegen hohe Rechnungen.
- Nutzt Guthabenkarten: Statt deiner Kreditkarte sind Guthabenkarten für den App-Store die sicherere Wahl. So ist das Budget klar begrenzt.
- Seid misstrauisch: Ein teurer Adventskalender, der plötzlich spottbillig ist? Das ist fast immer ein Betrugsversuch.
Letztendlich geht es nicht darum, den Kindern den Spaß zu verderben oder alles Digitale zu verbieten. Im Gegenteil. Indem ihr diese Online-Angebote gemeinsam entdeckt und kritisch hinterfragt, schützt ihr nicht nur euer Bankkonto, sondern vermittelt eurem Kind ganz nebenbei wichtige Kompetenzen für den Umgang mit dem Internet.
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