Eine neue Untersuchung hat eine bittere Wahrheit ans Licht gebracht. Romance Scamming gehört längst zum Alltag im Online-Dating, und immer mehr Menschen in Deutschland fallen auf die Masche herein. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von McAfee, die im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Die Zahlen sind alarmierend und betreffen jede Altersgruppe.
Liebesbetrug im Netz hat sich 2026 zur Volksmasche entwickelt, KI-Bots und gefälschte Profile fluten Dating-Apps wie Tinder, Bumble und Co.
- 20% der Deutschen haben durch Online-Dating bereits Geld verloren, Männer trifft es mit 23% etwas häufiger als Frauen mit 17%
- Allein 2024 erbeuteten Liebesbetrüger in Deutschland mindestens 50 Millionen Euro, Baden-Württemberg führt mit rund 18 Millionen Euro Schaden
- Über die Hälfte der unter 35-Jährigen hält es für möglich, romantische Gefühle für einen KI-Chatbot zu entwickeln
Was die McAfee-Studie zum Online-Dating 2026 enthüllt
Laut der Untersuchung haben 20% der befragten Deutschen schon einmal durch Liebesbetrug im Netz Geld verloren. Bei Männern liegt der Anteil mit 23% noch etwas höher als bei Frauen mit 17%. Mehr als jede zweite Person (52%) berichtet, von einem Online-Bekannten bereits zur Geldsendung oder zum Teilen sensibler Finanzdaten aufgefordert worden zu sein.
Besonders auffällig ist die Häufigkeit, mit der Verbraucher heute auf gefälschte Kontakte stoßen. Ein Drittel aller Deutschen hat schon einmal ein Fake-Profil oder einen KI-Chatbot in einer Dating-App entdeckt. Bei den 25- bis 34-Jährigen begegnen 21% wöchentlich verdächtigen Profilen, bei der Generation 65+ sind es immerhin noch 7%. Männern fallen die Betrugsversuche dabei mit 65% höherer Wahrscheinlichkeit auf als Frauen.
Wie hoch der Schaden in Deutschland wirklich ist
Eine Umfrage des Weisser Ring Magazins bei 16 Landeskriminalämtern beziffert die deutschlandweite Schadenssumme aus 2024 auf mindestens 50 Millionen Euro. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit rund 18 Millionen Euro Verlust. In Berlin lag der Schaden bei knapp 5,62 Millionen Euro bei 433 erfassten Fällen, 2025 stiegen die Anzeigen in der Hauptstadt bereits auf 560.
Die Tendenz fällt über alle Bundesländer hinweg klar steigend aus. Sachsen-Anhalt verzeichnete 2024 rund 1,6 Millionen Euro Schaden bei 153 Fällen, vier Jahre zuvor waren es noch 71 Fälle und etwa 786.000 Euro. In Hessen kletterten die Zahlen von 34 Fällen (2019) auf 52 Fälle (2024). Den vollständigen Vergleich findest du im Bericht des Weisser Ring Magazins zum Liebesbetrug.
KI-Bots und Fake-Profile als neuer Standard
Die Erhebung zeigt, dass künstliche Intelligenz das Spiel grundlegend verändert hat. Laut Auswertung von McAfee Labs erhalten manche Nutzer innerhalb von zwölf Stunden mehr als 60 Nachrichten von verdächtigen Konten, und das oft ganz ohne Profilfoto. Die Bots reagieren in Echtzeit, schreiben fehlerfreies Deutsch und imitieren das Verhalten eines echten Gegenübers erstaunlich präzise.
Auf der anderen Seite wachsen auch die emotionalen Bindungen an die Maschine. Mehr als die Hälfte der unter 35-Jährigen hält es für möglich, romantische Gefühle für einen KI-Chatbot zu entwickeln. 7% geben sogar an, das schon einmal getan zu haben. Diese Verschmelzung von echter Sehnsucht und künstlicher Konversation macht die neuen Maschen besonders gefährlich, weil die Hemmschwelle für Zahlungen sinkt.
Wie Liebesbetrüger heute vorgehen
Die typische Vorgehensweise verläuft in mehreren Phasen. Zunächst suchen Täter über Dating-Apps oder soziale Medien gezielt nach Personen, die einsam wirken oder kürzlich eine Trennung hinter sich haben. Danach folgt die Anbahnung, in der über Wochen Vertrauen aufgebaut wird, oft mit Zukunftsversprechen, intimen Gesprächen und einem konstruierten Geheimnis rund um die eigene Identität.
Sobald die emotionale Bindung steht, kommt die Geldforderung. Mal ist es ein angeblicher medizinischer Notfall, mal eine vermeintliche Investitionschance über eine fingierte Trading-App. Letzteres trägt im internationalen Sprachgebrauch den Namen Pig Butchering und gehört laut BKA-Aufklärungsmaterial zum Romantikbetrug zu den lukrativsten Varianten. Die Schäden pro Opfer reichen von wenigen hundert Euro bis zu Beträgen jenseits der 4.000 Euro, wobei Frauen statistisch häufiger hohe Summen verlieren.
So schützt du dich beim Online-Dating
Misstrauisch werden solltest du immer dann, wenn ein Match nach kurzer Zeit von großen Gefühlen spricht, Treffen aber stets aus fadenscheinigen Gründen ausfallen. Auch wer dich von einer Dating-App schnell auf einen Messenger lotst und dort über Geldsorgen oder lukrative Investitionschancen reden will, gehört sofort auf die Liste der Verdachtsfälle.
Lade verdächtige Profilbilder grundsätzlich in eine Bildersuchmaschine wie TinEye oder die Google-Bildersuche hoch, denn Romance-Scammer nutzen häufig geklaute Fotos echter Personen. Schicke niemals Geld an eine Person, die du nie persönlich getroffen hast, und teile auch keine Ausweisdokumente oder TAN-Codes. Mehr Hintergründe rund um digitale Maschen findest du in unserem Ratgeber rund um Online-Betrug.
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