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Collien Fernandes zeigt Ex-Mann Christian Ulmen wegen Deepfakes und Identitätsdiebstahl an

Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Über zehn Jahre sollen unter ihrem Namen gefälschte Profile betrieben worden sein, ohne ihr Wissen, ohne ihre Zustimmung. Der Fall zeigt, wie weit digitaler Identitätsmissbrauch gehen kann und wie schwer Betroffene sich dagegen wehren können.

Illustration einer Frau, die abwehrend die Hand hebt, während hinter ihr zwei weitere Gesichter sichtbar sind, eines mit digitalen Mustern überlagert, eines grau und maskiert. Im Hintergrund vernetzte Nutzerprofile. - Erstellt mit AI durch Betrugstest Prompt.

Collien Fernandes und Christian Ulmen galten 15 Jahre lang als stabiles Medienpaar. Nun erhebt die Schauspielerin schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

  • Ulmen soll mutmaßlich zehn Jahre lang Fake-Profile in sozialen Medien unter Fernandes’ Namen betrieben haben.
  • 40-seitige Anzeige in Spanien eingereicht.
  • Ulmen schweigt, sein Anwalt nennt die Berichterstattung rechtswidrig.

Das Geständnis

Für Fernandes war es eine jahrelange Suche. In der WDR-Talkshow „Kölner Treff” sprach sie kurz vor dem Spiegel-Bericht bereits detailliert über die Vorfälle, aber ohne Namen zu nennen.

Sie beschrieb, wie die Profile zunächst unauffällig wirkten, sich dann aber systematisch in ihr berufliches und privates Umfeld vorarbeiteten. „Je mehr ich mitbekomme, desto krasser finde ich’s, weil diese Profile auch schon wahnsinnig glaubwürdig waren”, sagte sie in der Sendung.

Fernandes hatte im November 2024 Anzeige gegen Unbekannt erstattet, da sie davon ausging, Internettrolle steckten hinter den falschen Profilen. Am ersten Weihnachtstag 2024 soll Ulmen ihr dann gestanden haben, selbst dahinterzustecken. Er soll sich dabei merkwürdig verhalten und anschließend Kontakt zu einem Berliner Strafverteidiger aufgenommen haben, dem er die Tat in einer E-Mail geschildert haben soll.

„Es war wie bei einer Todesnachricht, ich konnte nicht reden, nicht heulen”, so Fernandes. „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut.”

Die Anzeige

Fernandes fotografierte ihre blauen Flecken, sicherte WhatsApp-Chats, ließ ihre Therapeutin von der Schweigepflicht entbinden und reichte eine 40-seitige Anzeige ein. Ende 2025 landete diese beim Bezirksgericht in Palma de Mallorca. Dass die Anzeige in Spanien eingereicht wurde, liegt auch daran, dass Opfer von digitaler Gewalt dort bessere Aussichten haben. Es gibt dort Staatsanwaltschaften und Gerichte, die auf Gewalt gegen Frauen spezialisiert sind.

Laut Spiegel gab es bereits im Januar 2023 einen Polizeieinsatz in der gemeinsamen Wohnung in Palma, nachdem Fernandes um Hilfe gerufen haben soll. Ulmen soll daraufhin vorübergehend festgenommen worden sein. Fernandes entschied sich damals gegen eine weitere Strafverfolgung, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.

Die nun eingereichte Anzeige geht deutlich weiter. Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, wiederholte Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und schwere Bedrohung. Fernandes legte dafür eine eidesstattliche Versicherung vor. Das bedeutet, dass sie sich strafbar macht, sollten sich ihre Aussagen als unwahr herausstellen.

Hintergrund: 15 Jahre Ehe, zwei Medienprofis

Collien Fernandes, 1981 in Hamburg geboren, startete ihre Karriere als Model und Backgroundtänzerin, bevor sie sich 2000 beim Musiksender VIVA als Moderatorin bewarb. Seitdem steht sie vor der Kamera, als Moderatorin, Schauspielerin, Autorin und Kolumnistin. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach für den Grimme-Preis nominiert und erhielt unter anderem den Deutschen Fernsehpreis. Zuletzt widmete sie sich in der ZDF-Dokumentation „Die Spur: Deepfake-Pornos” dem Thema digitaler Missbrauch und beleuchtete dabei ihren eigenen Fall.

Christian Ulmen, 1975 in Neuwied geboren, begann seine Karriere ebenfalls im Musikfernsehen, zunächst bei MTV Europe, später mit der eigenen Show „Unter Ulmen” auf MTV Deutschland. 2003 folgte der Kinofilm „Herr Lehmann”, für den er den Bayerischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller erhielt. Weitere bekannte Stationen sind der Weimarer „Tatort” sowie die Comedy-Serie „Jerks”.

Beide lernten sich bei VIVA kennen. Sie heirateten 2011, ihre gemeinsame Tochter wurde im April 2012 geboren. Im September 2025 gaben sie das Ende ihrer Ehe bekannt, ohne Details zu nennen.

Reaktionen und aktueller Stand

Das Bezirksgericht in Palma hat im Zuge der Anzeige Vorermittlungen eingeleitet. Ulmen hat sich öffentlich nicht geäußert. Sein Anwalt Christian Schertz erklärte, die Berichterstattung sei „aus mehreren Gründen rechtswidrig” und es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung” verbreitet. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Fernandes selbst begründet ihren Gang an die Öffentlichkeit damit, auch für die Generation ihrer Tochter kämpfen zu wollen.

Denise Schlüter
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Geschrieben von: Denise Schlüter
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