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Niederlande: Erste Details zum Glücksspielvertrag

Erst vor Kurzem teilten die niederländischen Behörden mit, dass man künftig auch private Anbieter auf dem Online-Markt zulassen wolle. Die Unternehmen können sich dann für eine Lizenz in den Niederlanden bewerben und hier auf dem digitalen Markt aktiv werden. Jetzt hat die zuständige Glücksspielbehörde der Kansspelautoriteit die ersten Details rund um das Lizenzierungsverfahren und den geplanten Markt veröffentlich. Die Ankündigungen wurden bei Glücksspielunternehmen aus der ganzen Welt mit Spannung erwartet.

Glasgebäude von außen.

Die niederländische Glücksspielbehörde hat erste Details für die kommenden Online-Glücksspiellizenzen veröffentlicht. Diese wurden bereits mit Spannung erwartet. (©pixabay)

Wandel auf dem niederländischen Glücksspielmarkt

Die Niederländer sich nicht nur die Nachbarn der Deutschen, sondern gelten generell als spielfreundliche Republik. Nicht nur die Lotterien haben es den Holländern angetan, sondern auch die Glücksspielangebote in den Casinos und dem Internet. Das Problem: Lange Zeit war das Glücksspiel hier ausschließlich bei staatlichen Anbietern erlaubt. Zwar hätten diese im Prinzip ein digitales Angebot ins Leben rufen können, haben diesen Schritt aber nicht gewagt. Kontrolliert wurde der Markt von der Kansspelautoriteit, also der zuständigen Glücksspielbehörde des Landes. Diese genießt einen Ruf als scharfe Kontrollbehörde, welche in der Vergangenheit bereits mehrfach Geldbußen in Millionenhöhe gegen Anbieter aus dem Ausland verhängt hat.

In Zukunft allerdings wird der Markt hier deutlich anders aussehen. Im Februar dieses Jahres wurde im niederländischen Parlament ein neues Glücksspielgesetz verabschiedet. Das wird künftig dafür sorgen, dass die staatliche Monopolstellung aufgeweicht wird. Auch private Unternehmen aus dem Ausland dürfen dann online in den Niederlanden aktiv werden – vorausgesetzt, sie besitzen die notwendige Lizenz. In einem Lizenzierungsverfahren sollen künftig die passenden Anbieter herausgefiltert werden.

Erste Details zum Lizenzverfahren veröffentlicht

Obwohl das eigentliche Bewerbungsverfahren erst ab dem 1. Juli 2020 in Gang gesetzt werden soll, hat die niederländische Behörde bereits jetzt einige Details zum Verfahren veröffentlicht. Wie die Behörde mitteilte, handele es sich hierbei um eine provisorische „Orientierungshilfe“. Diese soll den künftigen Bewerbern dazu dienen, sich angemessen auf das Lizenzierungsverfahren vorzubereiten. Vorgesehen sind laut der Veröffentlichung demnach vier unterschiedliche Bereiche. In allen vier Bereichen sollen Lizenzen vergeben werden: Die Casinos, Sportwetten, Pferdewetten und Spiele, in denen die Spieler gegen andere Spieler antreten. Abgedeckt wären mit Letzterem also vor allem die Pokerspiele. Noch unklar ist allerdings, ob sich die Unternehmen künftig nur für einen Bereich bewerben dürfen oder ob eine Bewerbung für mehrere Produkt-Lizenzen möglich sein wird.

Sicher ist wiederum, dass die Bewerbung in den Niederlanden für die Unternehmen keine günstige Angelegenheit wird. So muss allein für den Antrag für die Lizenz eine Summe von 45.000 Euro hinterlegt werden. Diese gibt es auch nicht zurück, falls es nicht zur Vergabe einer Lizenz kommt. Stattdessen handelt es sich also um eine Gebühr, die in jedem Fall schon vor dem Bewerbungsverfahren gezahlt werden muss. So lange diese nicht erfolgt ist, würden die Anträge auch nicht bearbeitet werden, teilte die KSA mit.

Pflicht sind die richtige Übersetzung und Maßnahmen zum Spielerschutz

Abgesehen von der Gebühr für die Beantragung einer Lizenz stellt die niederländische Behörde den Bewerbern noch weitere Hürden in den Weg. So müssen zum Beispiel alle beigefügten Dokumente vollständig in die holländische Sprache übersetzt werden. Geprüft werden die Anträge erst dann, wenn die Gebühr bezahlt wurde und sämtliche Dokumente korrekt übersetzt vorliegen würden. Ebenfalls unter die Lupe genommen wird im Zuge des Lizenzierungsverfahrens auch der Hintergrund der Bewerber. Würde ein Unternehmen versuchen, die Identität der Geschäftsführung zu verschleiern oder stünde in Kontakt mit kriminellen Organisationen, würde dieses sofort aus dem Verfahren ausgeschlossen werden. Ebenso könnten Unternehmen keinen Zugang zum neuen Markt erhalten, wenn diese in der Vergangenheit bereits mit Steuerproblemen oder einem Insolvenzvergehen in Verbindung gebracht wurden.

Vorweisen können müssen die Unternehmen laut der KSA zudem, dass intensive Bemühungen rund um den Spieler- und Jugendschutz durchgesetzt werden. Notwendig sei es in diesem Zusammenhang, dass sich Repräsentanten des Unternehmens permanent in den Niederlanden befinden müssten, um vor Ort Hilfe leisten zu können. Gefordert wird zudem, dass sich die Unternehmen jederzeit an die Werbe- und Marketing-Vorgaben der KSA halten. Bieten Unternehmen Sportwetten an, müssen diese zudem darauf achten, dass genug gegen das Match-Fixing und die Spielmanipulation unternommen wird. Gefährdete Spieler und Minderjährige müssen in allen Fällen von den Angeboten ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund fordern die Behörden, dass sich die Nutzer bereits bei der Anmeldung zweifelsfrei identifizieren müssen. Bisher ist es üblich, dass eine derartige Prüfung der Ausweisdokumente erst vor der ersten Auszahlung durchgeführt wird.

Welche Glücksspielriesen schlagen in Holland zu?

Bis zum Start des Bewerbungsverfahrens im Sommer 2020 haben die niederländischen Behörden jetzt noch Zeit, um an den Feinheiten der neuen Glücksspielgesetzgebung zu arbeiten. Die eigentliche Marktöffnung soll dann ein Jahr später, im Jahr 2021, erfolgen. Für die internationalen Glücksspielunternehmen dürfte das keinen Tag zu früh sein. Obwohl der niederländische Markt so stark kontrolliert wird, konnte der legale Sektor 2018 Umsätze von über zwei Milliarden Euro generieren. Experten gehen davon aus, dass sich diese Summe durch die Online-Angebote noch einmal deutlich vergrößern wird. Unzählige Glücksspielriesen dürften in diesen Tagen also gespannt auf die Mitteilung der niederländischen Behörden geblickt haben und mit den Hufen scharen.

Welche Unternehmen sich letztendlich aber wirklich dem Bewerbungsprozess stellen, steht noch in den Sternen. Interesse genug ist jedenfalls vorhanden. Erst vor wenigen Tagen teilten die niederländischen Behörden mit, dass rund 70 Unternehmen ihr Interesse an einer Lizenz in den Niederlanden bekundeten. Es wird also spannend zu sehen sein, wie viele davon am Ende den scharfen Anforderungen im Lizenzierungsverfahren standhalten können. Die Unternehmen, die eine Lizenz erhalten werden, dürfen sich jedenfalls auf einen wachsenden und hungrigen Markt freuen. Jahr für Jahr wird das Volumen der legalen Branche im deutschen Nachbarland um rund drei bis vier Prozent gesteigert. In Mittel-Europa könnte der niederländische Markt damit zum „Next Big Thing“ werden.

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Der Beitrag wurde am 21.11.2019 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , veröffentlicht.
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