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Drake vor Gericht: Das 100-Millionen-Dilemma

Silvester 2025 verbrachte Drake vermutlich nicht nur mit Champagner und Party. Während der Rest feierte, landete beim US-Bezirksgericht in Virginia eine 22-seitige Klageschrift. Der Vorwurf wiegt schwer, denn es geht um organisierte Kriminalität nach dem berüchtigten RICO-Act, der sonst eher bei Mafia-Bossen zum Einsatz kommt. Zusammen mit dem Streamer Adin Ross und dem Hintermann George Nguyen soll der Rapper Nutzer täuschen und die Gelder verschoben haben.

Minimalistische Grafik in Grüntönen: Silhouette von Drake neben Symbolen für Gericht, 100 Millionen Dollar Klagesumme und einer gesprengten Kette. - Erstellt mit AI durch Betrugstest Prompt.

Die Anklage lautet auf organisierte Kriminalität und geht weit über einen Werbeskandal hinaus. Basiert Drakes musikalisches Imperium auf den Gewinnen aus illegalem Glücksspiel?

  • Stake.us umgeht mit einem Zwei-Währungs-System gezielt US-Glücksspielgesetze.
  • Millionenschwere Wetteinsätze des Rapper Drake in Livestreams laut Klageschrift nicht echt.
  • Glücksspielgewinne sollen direkt in Bot-Farmen geflossen sein um Drakes Streams künstlich zu erhöhen.

Social Casino oder illegale Zockerei?

Die Webseite Stake.us präsentiert sich offiziell als harmloser Zeitvertreib für zwischendurch. Da klassisches Online-Zocken in vielen US-Bundesstaaten verboten ist, nutzt der Dienst einen rechtlichen Kniff, nämlich ein System aus Gold Coins und Stake Cash. Während die Gold Coins völlig wertlos sind, sieht die Sache bei der zweiten Währung anders aus. Die Klage argumentiert, dass diese Trennung nur Schein ist, um strenge Gesetze in Virginia und dem Rest der USA zu umgehen.

Geldregen per Mausklick?

Nutzer erhalten das begehrte Stake Cash oft als Beigabe beim Kauf der wertlosen Gold Coins. Da man dieses Guthaben 1:1 in Kryptowährungen oder digitale Geschenkkarten wechseln kann, wird aus dem vermeintlichen Spielspaß bitterer Ernst. Für die Justiz erfüllt das alle Kriterien für illegales Glücksspiel. Das ist die Grundlage für den Vorwurf der organisierten Kriminalität nach dem RICO-Act. Doch wie lockt man Millionen von Nutzern in ein System, das rechtlich auf so wackeligen Beinen steht?

Der große Marketing-Bluff

Tschüss Risiko, hallo Hausgeld. In seinen Livestreams wirft Drake oft mit Millionen um sich. Der „Drake-Effekt“ zieht und Millionen Fans bewundern diesen Lifestyle und setzen daraufhin ihr eigenes Geld ein. Doch laut Klageschrift riskieren die Stars in Wahrheit keinen einzigen Cent ihres Privatvermögens.

Rechtslage in Deutschland: Ist Stake legal?

Klares Nein. Stake besitzt keine gültige Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und würde in Deutschland illegal Dienste anbieten. Für Spieler bedeutet das ein extrem hohes Risiko. Da der Anbieter nicht unter deutscher Aufsicht steht, gibt es keinerlei rechtlichen Schutz. Einzahlungen sind unsicher und Gewinne im Streitfall nicht einklagbar.

Der Anbieter soll den Promis das Guthaben einfach geschenkt haben, eine ziemlich fragwürdige Praxis, die durch Casino-Deals mit Stake auch in der deutschen Streaming-Szene durch Figuren wie Orangemorange bekannt wurde. Wer also zusieht, wie Drake scheinbar ein Vermögen verzockt, sieht laut den Vorwürfen eine Dauerwerbesendung, die die Gefahren der Sucht vollkommen verharmlost.

Klicks aus der Retorte

Richtig ungemütlich wird es für den Kanadier beim Thema Musik. Eine separate Klage des Rappers RBX gegen Spotify behauptet, dass ein riesiger Teil von Drakes 37 Milliarden Streams gar nicht echt ist. Zwischen Januar 2022 und September 2025 sollen Bot-Netzwerke die Zahlen künstlich aufgepumpt haben. Finanziert wurde das Ganze angeblich über die „Tipping“-Funktion der Zocker-Seite. Über diesen Weg soll Geld fast ohne Kontrolle zwischen den Beteiligten geflossen sein, um Bot-Farmen zu bezahlen. Das verzerrt nicht nur die Charts, sondern nimmt echten Künstlern auch ihre Tantiemen weg.

Dauerschleife in Istanbul

Besonders auffällig sind die Spuren in der Türkei: Dort laufen Drake-Songs scheinbar 23 Stunden am Tag pro Account. Per VPN-Trick wird dieser Traffic so umgeleitet, dass er aussieht, als käme er aus Großbritannien. Das Ziel dieser Operation ist die Manipulation von Algorithmen und Empfehlungslisten.

Wer ist George Nguyen?

In den Gerichtsakten taucht immer wieder ein Name auf. George Nguyen, im Netz besser bekannt als „Grand Wizard“. Er wird als der operative Kopf hinter den Kulissen beschrieben. Nguyen soll Gelder vom Anbieter in Bargeld gewechselt haben, um damit Bot-Dienstleister und gezielte Social-Media-Kampagnen zu füttern. Er fungierte laut Klage als das menschliche Bindeglied zwischen den Weltstars und der technischen Manipulationsmaschinerie.

Die Rechnung für den Rapper

Für Drake steht nun viel auf dem Spiel. Seine Rechtsvertreter haben 21 Tage Zeit, um auf die Klage in Virginia zu antworten. Sollten die Beweise aus Chat-Logs und Finanzprotokollen halten, bricht nicht nur sein Image als König der Streaming-Ära zusammen. Der Prozess wird auch klären, wie viel Verantwortung Superstars für ihre Werbedeals tragen und ob Klicks in Zukunft noch als Beleg für echten Erfolg taugen. Authentizität sieht jedenfalls anders aus.

Anatol Tsirgiotis
Anatol testet unabhängig Buchmacher und Wett‑Apps, vor allem mit Fokus auf Sicherheit und Betrugsprävention. Er entlarvt Maschen wie Fake‑Lizenzen, Bonusfallen, Phishing und intransparente AGB und prüft die Lizenzlage, Datenschutzmaßnahmen sowie Ein‑ und Auszahlungen. Neue Anbieter müssen strenge Checks basierend auf expliziten Kriterien bestehen. Sein Ziel: Nur makellose Wettanbieter empfehlen.
Geschrieben von: Anatol Tsirgiotis
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