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Werbeverbot: Spanische Glücksspielbranche stimmt zu

Würde man die Glücksspielunternehmen aus Europa nach dem „Unwort“ der letzten Monate fragen, dürfte das Wort Werbeverbot ziemlich weit oben landen. In der Tat macht diese Debatte momentan in mehreren europäischen Ländern halt und dürfte zumindest große Folgen auf dem Glücksspielmarkt nach sich ziehen. Dennoch haben sich in Spanien jetzt aber offenbar auch die Unternehmen der Glücksspielbranche dazu bereiterklärt, die Werbemaßnahmen in naher Zukunft deutlich zu drosseln.

Fünf Spielautomaten in einem Spielcasino.

Für Glücksspiele wird in Spanien wohl künftig deutlich weniger Werbung erlaubt sein. Der Branchenverband stimmte entsprechenden Plänen jüngst zu. (©Pixabay)

Branchenverband trifft auf Minister für Verbraucherschutz

Im Sinne des besseren Jugend- und Spielerschutzes wurde in Spanien bereits vor einigen Monaten ein Werbeverbot für die Glücksspielbranche angeregt. In diesem Zusammenhang kam es jüngst zu einem Treffen zwischen dem spanischen Minister für Verbraucherschutz, Alberto Garzón, und dem Branchenverband für private Glücksspielanbieter CeJuego. Bereits vor dem Treffen teilte der Ministerpräsident mit, dass man gemeinsam Beschränkungen für die Glücksspielwerbung in einem Dekret festhalten wolle. Dieses solle dann im weiteren Verlauf mit Vertretern der Branche, aber auch mit Verbraucherschützern erarbeitet werden.

Grundsätzlich brachte das Treffen laut Berichten einige Einigungen hervor. Wie der Glücksspielverband mitteilte, teile man das Bedürfnis des Ministers, die Werbung für das Online Glücksspiel zumindest auf bestimmte Uhrzeiten zu beschränken. Ein Komplettverbot soll es demnach nicht geben, allerdings soll die Werbung nur noch im Erwachsenenfernsehen und bei bestimmten Sportevents ausgestrahlt werden dürfen. Zugeständnisse gab es vom Branchenverband zudem mit Blick auf Bonusangebote und Wettquoten für Sportwetten. Diese wolle man künftig in Werbespots nicht mehr bewerben, sondern sich lediglich auf informative Werbemaßnahmen beschränken.

CeJuego: Regeln sollen für alle gelten

Zudem teilte der Branchenverband mit, dass man die Regeln für die Werbeverbote auf alle Branchenteile beziehen sollte. Damit wären dann nicht nur die privaten Unternehmen betroffen, sondern zum Beispiel auch die staatliche Lotterie. Dass dieser Aspekt angesprochen wird, ist nicht unbedingt überraschend. In der Vergangenheit kritisierten die privaten Unternehmen häufig, dass man gegenüber den staatlichen Anbietern benachteiligt werde. So würden Beschränkungen für den privaten Sektor aufgestellt werden, die es für die staatlichen Unternehmen nicht geben würde. Bestärkt sehen sich die Kritiker jüngst durch ein Urteil aus Valencia. Hier entschied man, dass zwischen Schulen und Wettbüros oder Bars mit Spielautomaten ein Mindestabstand von 850 Metern einzuhalten sei. Die Kritiker sehen hierin ein verschleiertes Verbot der privaten Glücksspielbranche.

Bei allem Zuspruch gibt es von Seiten des Verbandes auch einen konkreten Widerspruch. Nicht konform geht man demnach mit der Beschränkung der Öffnungszeiten von Wettbüros. Geplant ist, dass diese künftig erst nach 22 Uhr geöffnet werden sollen. Der Verband erklärt, man fordere seit Jahren eine Regelung für die Glücksspielwerbung und freue sich über die Entwicklung. Allerdings sei man mit dem Plan, die Öffnungszeiten auf nach 22 Uhr zu legen, nicht einverstanden. Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auf rund 85.000 Arbeitsplätze. Die Wettbüros erst so spät zu öffnen, würde die unternehmerische Freiheit deutlich einschränken und dürfte so zahlreiche Arbeitsplätze kosten. Auf Seiten des Verbandes rief man daher nach dem Gespräch dazu auf, die Verhältnismäßigkeit bei der Festlegung der Gesetze zu wahren.

Unterstützung auch vom Online-Branchenverband

Der Geschäftsführer des Verbandes, Alejandro Landaluce verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Verfügbarkeit von anderen Verlockungen und dem fragwürdigen Umgang zum Beispiel mit Alkohol:

“Für Minderjährige ist Alkohol verboten. Was machen wir mit den Bars? Werden auch disee erst ab 10 Uhr abends öffnen? Minderjährige dürfen auch keinen Alkohol kaufen. Wo wird dieser verkauft? In den Supermärkten. Was machen wir, wollen wir Supermärkte verbieten?.“

Zuspruch gab es für die Kritik des Branchenverbandes vom Online-Branchenverband Jdigital. Dieser erklärte ebenfalls, dass man bei der Beschränkung der Glücksspielwerbung einen gerechten Weg einschlagen sollte und demnach eine verhältnismäßige Regelung finden müsse. Ob diese in Spanien wirklich gefunden wird, werden die kommenden Monate wohl zeigen. Auch für deutsche Unternehmen ist die Entwicklung enorm wichtig. Auf der ICE in London teilte der Glücksspielkonzern Bally Wulff zum Beispiel jüngst mit, dass man künftig noch stärker auf dem spanischen Markt aktiv werden wolle. Das Berliner Unternehmen hat hierfür sogar einen eigenen Automaten speziell für die spanische Gastronomie entwickelt. Die weiteren Schritte rund um die Beschränkung der Werbemaßnahmen dürfte daher auch in der deutschen Hauptstadt intensiv verfolgt werden.

Nicht nur der spanische Markt ist betroffen

Beschäftigen muss sich mit dem Werbeverbot keinesfalls nur die spanische Branche. Auf zahlreichen europäischen Märkten geistert dieser Begriff umher. In vielen Fällen gilt dabei die britische Glücksspielbranche als Vorbild. Die zuständige britische Glücksspielkommission hatte erst vor einiger Zeit eine deutliche Beschränkung der Werbung durchgesetzt. Lediglich zu bestimmten Zeiten ist es den Glücksspielunternehmen nun gestattet, mit ihrer Werbung auf sich aufmerksam zu machen. Zusätzlich dazu werden weitere Verschärfungen diskutiert. Noch immer im Raum steht zum Beispiel ein Verbot der Trikotwerbung in der höchsten Spielklasse im englischen Fußball. Ähnlich intensiv wurde an einem Werbeverbot in den letzten Monate auch in Italien gefeilt. Hier erwarten Experten in den kommenden Jahren einen deutlichen Einbruch – ebenfalls im Profi-Fußball. Der Grund: Zahlreiche Clubs sind als Partner von Glücksspielunternehmen gelistet.

Als Vorbild dürften die Maßnahmen auf europäischer Ebene möglicherweise auch in Deutschland genutzt werden. Hier ist man derzeit stark mit einer Reformation des Glücksspielvertrags beschäftigt. Spätestens 2021 soll das Glücksspiel in neue Bahnen gelenkt werden. Bereits in den ersten Gesprächen zeichnet sich ab, dass auch das Werbeverbot in Deutschland ein heißes Thema werden dürfte. Immerhin gilt auch hier, dass die Glücksspielanbieter im Profisport und anderen Branchen enorm stark vertreten sind. Gesponsert werden zum Beispiel die erste und zweite Bundesliga, aber auch die deutsche Nationalmannschaft oder die dritte Liga. In den kommenden Monaten wird es auch in der Bundesrepublik zu Treffen zwischen Politik und Branche kommen, auf denen entsprechende Maßnahmen besprochen werden sollen.

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Der Beitrag wurde am 12.2.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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