Spritpreise jenseits der 2-Euro-Marke, eine angespannte Weltlage und dann landet eine Mail im Postfach. 50 Euro Tankgutschein vom ADAC, herzlichen Glückwunsch zum Silber-Status. Klingt erstmal ziemlich gut, ist aber eine Falle. Und sie funktioniert gerade jetzt besonders gut.
Sieht aus wie der ADAC, klingt wie der ADAC und ist doch alles andere als das. Wer hier auf den falschen Button klickt, gibt Betrügern freie Bahn aufs eigene Konto.
- Verbraucherzentrale warnte noch im Februar 2026 vor neuen ADAC-Phishing-Mails.
- Gefälschte Absenderadressen, keine persönliche Anrede, Zeitdruck als die drei sichersten Warnsignale.
- Wer auf eine professionell gefälschte Mail hereinfällt, haftet laut Rechtsprechung nicht automatisch & Schadensersatz ist einklagbar.
Der perfekte Zeitpunkt
Wenn Benzin und Diesel teuer werden, steigt die Bereitschaft, bei einem vermeintlich kostenlosen Angebot zuzugreifen. Betrüger wissen das. Kein Wunder also, dass die ADAC-Phishing-Welle ausgerechnet jetzt an Fahrt aufnimmt — die Verbraucherzentrale warnte zuletzt noch im Februar 2026 vor einer frischen Angriffswelle im Namen des Automobilclubs. Wer über 22 Millionen Mitglieder hat, ist ein ideales Ziel: Die statistische Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einen ADAC-Kunden zu treffen, ist schlicht riesig.
Darauf gilt es zu achten
Die Nachrichten kommen in mehreren Varianten, aber das Muster ist immer gleich. Eine offizielle Aufmachung, ein attraktives Angebot und ein Button, der zum Klicken einlädt. Aktuell im Umlauf sind unter anderem:
- 50-Euro-Tankgutschein für angeblich neu erreichten Silber-Status
- Kostenloses Kfz-Notfallset als Dankeschön für langjährige Mitgliedschaft
- Jubiläumsgeschenk zur angeblichen 122-Jahr-Feier des ADAC
- Sicherheitswarnungen, die zur sofortigen Datenaktualisierung auffordern, mit Frist von 24 Stunden
Das Design ist oft täuschend echt. Logo, Farben, Schriftbild, alles kopiert. Wer nicht genau hinschaut, sieht auf den ersten Blick keinen Unterschied zur echten ADAC-Kommunikation. Der ADAC warnt auf seiner Website ausdrücklich: Echte Mails fordern niemals zu dringenden Handlungen auf.
Wer klickt, riskiert mehr als Datenverlust
Hinter dem Button verbirgt sich entweder eine gefälschte ADAC-Website, auf der persönliche Daten und Bankverbindungen abgegriffen werden, oder eine direkte Schadsoftware-Installation. Mit den gestohlenen Daten lassen sich unautorisierte Abbuchungen vornehmen, Bestellungen aufgeben oder im schlimmsten Fall eine komplette Identität übernehmen. Das Prinzip ist dasselbe wie bei gefälschten Klarna-Mails, die zuletzt ebenfalls massenhaft im Umlauf waren, nur, dass der ADAC-Name noch mehr Vertrauen genießt und die Trefferquote entsprechend höher ist.
Daran erkennst du die Fälschung
Ein paar Merkmale verraten gefälschte Mails zuverlässig:
- Absenderadresse: Echte ADAC-Mails kommen von @adac.de — Fälschungen kombinieren „ADAC” mit Zahlen oder nutzen gmail.com- bzw. GMX-Adressen
- Unpersönliche Anrede: „Sehr geehrte ADAC-Kunden” statt deinem Namen
- Zeitdruck: Fristen von 24 bis 48 Stunden sind ein klassisches Druckmittel
- Grammatikfehler: Nicht immer, aber häufig — besonders in Betreffzeile oder Fußnote
- Unerwartetes Angebot: Der ADAC fordert niemals unaufgefordert zur Dateneingabe auf
Im Zweifel gilt immer: Nicht klicken, direkt auf adac.de einloggen und dort nachschauen, ob eine echte Benachrichtigung vorliegt. Wer regelmäßig prüfen möchte, welche Absender gerade aktiv täuschen, findet beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale aktuelle Warnungen.
Was tun, wenn du bereits geklickt hast?
Keine Panik, aber schnelles Handeln hilft. Zuerst Passwörter ändern, also ADAC-Konto, E-Mail und alle Dienste, für die du dieselben Zugangsdaten nutzt. Dann die Bank informieren und verdächtige Abbuchungen melden. Wichtig: Screenshots der Mail sichern, bevor du sie löschst. Die brauchst du als Beleg.
Rechtlich gilt laut aktueller Rechtsprechung: Wer auf professionell gefälschte Mails hereinfällt, handelt nicht automatisch grob fahrlässig. Banken tragen in solchen Fällen eine Mitverantwortung. Betroffene können Schadensersatz einfordern. Wie das konkret funktioniert und wie der gleiche Trick im Namen von Amazon funktioniert, haben wir ebenfalls für dich aufbereitet.
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