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Japan: Casino-Revolution droht zu scheitern

Haben sich Konzerne erst einmal auf die Erschließung eines neuen Marktes fokussiert, wird diese Entscheidung eigentlich nicht so schnell revidiert. Vor allem nicht in der Glücksspielbranche. Immerhin sind die Lizenzen in aller Regel stark begrenzt – und dementsprechend heißt es: Zuschlagen, statt abwarten. Umso verwunderlicher gestaltet sich der Blick nach Japan. Hier sollte mit einem überarbeiteten Glücksspielgesetz eigentlich die Grundlage für ein florierendes Business gelegt werden. Doch das gerät mehr und mehr ins Wanken. Denn immer mehr Konzerne ziehen sich aus dem Rennen um die „Japan-Lizenz“ zurück.

Die japanische Metropole Osaka.

In der Metropole Osaka haben die MGM Resorts den Zuschlag erhalten – nachdem die Konkurrenz abgesprungen ist. Auch Las Vegas Sands nimmt von einer Lizenzbewerbung wieder Abstand. (©robinams/Pixabay)

Ende der Lizenzbemühungen in Japan: Las Vegas Sands reiht sich ein

Für die japanischen Glücksspiel-Pläne werden die Aussichten immer düsterer. Wie der US-Nachrichtendienst Bloomberg möchte sich der US-amerikanische Glücksspielkonzern Las Vegas Sands aus seinen Plänen für eine Expansion nach Japan wieder zurückziehen. Das ist eine enorm folgenschwere Entscheidung. Immerhin hat der Konzern ein rund zehn Milliarden Dollar schweres Projekt geplant und an diesem bereits seit mehreren Jahren gearbeitet. Seit rund 15 Jahren versucht Las Vegas Sands, in Japan Fuß zu fassen. Das japanische Volk gilt als vermögend, dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die Glücksspielmärkte des Landes. Offenbar sind aber andere Dinge für die Unternehmen wichtiger – und abschreckender.

Las Vegas Sands sollen vor allem die strengen und wenig lukrativen Lizenzbedingungen der japanischen Behörden abschrecken. Lizenzen möchte das Land nur für eine Laufzeit von maximal zehn Jahren vergeben. Das passt allerdings nicht zu den Plänen des Konzerns, der allein schon eine Bauzeit von rund fünf Jahren veranschlagt. Rund die Hälfte der Lizenz-Laufzeit würde demnach schon für den Bau aufgewendet. Gleichzeitig berichtet der Konzern davon, dass lokale Bedingungen und Regierungsbeamte dafür sorgen könnten, den Gewinn in den fünf Jahren Geschäftsbetrieb weiter zu reduzieren. Mit Blick auf die Lizenzen in Macau oder Singapur, die über 20 oder sogar 30 Jahre laufen, entschied Las Vegas Sands also: Japan ist nicht attraktiv genug.

Zeit, den Fokus auf andere Möglichkeiten zu legen

Wesentlich schmeichelhafter drückte es der Gründer von Las Vegas Sands aus, der Milliardär Sheldon Adelson. Dieser erklärt:

“Wir sind dankbar für zahlreiche Freundschaften, die wir geschlossen haben und für die starken Beziehungen, die wir nach Japan haben. Aber es ist jetzt an der Zeit, dass unser Unternehmen seine Energie in andere Möglichkeiten steckt.“

Die Entscheidung von Las Vegas Sands ist für Japan durchaus ein schwerer Schlag. Der Konzern ist immerhin nicht der einzige Glücksspielanbieter, der sich von den Plänen einer Japan-Expansion mittlerweile verabschiedet hat. Für Japan bedeutet das nicht nur eine Kerbe im Ruf, sondern auch in den eigenen Planungen zur Liberalisierung des Glücksspiels. Die Weichen hierfür wurden erst 2019 per Gesetzesreform gestellt, vor allem der Tourismus sollte durch die Casino-Resorts angetrieben werden. Jetzt aber wirkt die Planung wackeliger denn je. Es ist unklar, in wie weit sich auch Zulieferer von den Rückzügen der Casinos beeindrucken lassen. Hinzu kommen mögliche Folgen durch die Corona-Pandemie. Die trafen nicht nur Las Vegas Sands, sondern nahezu alle Glücksspielunternehmen in Macau und Las Vegas. Gut möglich also, dass in Zukunft noch weitere Rückzüge aus Japan vermeldet werden können.

Caesars Entertainment machte den Anfang

Allzu verwundert zeigen sich internationale Experten angesichts des Rückzugs nicht. So erklärte der Analyst David Katz von Jefferies, dass der Rückzug für ihn zwar etwas überraschend, gleichzeitig aber auch nachvollziehbar wäre. So hätte man den Eindruck, dass die Gegebenheiten in Japan doch nicht mehr so attraktiv seien, wie dies zunächst angenommen wurde. Außerdem könne Las Vegas Sands bisher noch nicht abschätzen, wie die langfristigen Folgen der Pandemie aussehen würden. Ähnlich sieht man es beim Analyse-Konzern CLSA. Hier heißt es, dass der Zeitpunkt des Rückzugs sicherlich kein Zufall sei. Immerhin habe Las Vegas Sands mit enormen Einbußen aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen.

Anleger taten sich mit der Entscheidung hingegen wohl etwas schwerer. Kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung fiel die Aktie von Las Vegas Sands deutlich. Mittlerweile haben sich die Papiere jedoch wieder erholt. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich schon im August der US-Riese Caesars Entertainment dazu entschlossen, seine Bemühungen um eine Lizenz in Japan einzustellen. Kurz darauf folgten die Unternehmen der Galaxy Entertainment Group und von Genting.

MGM Resorts trauen sich trotzdem

Dass sich die letzteren beiden Konzerne aus dem Rennen genommen haben, freut zumindest einen US-Konzern: Die MGM Resorts. Das Unternehmen hat sich so den Zuschlag in Osaka sichern können. Ob sich dieses Investment auszahlen wird, müssen die nächsten Jahre zeigen. Obwohl die Japaner zum Beispiel liebend gerne das Glücksspiel Pachinko spielen, sind Spielhallen und Casinos eher unbeliebt. Im Vorfeld der Lizenzvergabe regte sich in vielen Regionen Widerstand, da die Anwohner keine Casinos in ihrer Nachbarschaft wollen. Die Organisatoren halten allerdings nach wie vor an ihren Plänen fest. Und diese scheinen trotz der Rückzüge einiger Unternehmen immer konkreter zu werden.

Wirklich beeindruckt hat sich die japanische Regierung vom Rückzug von Las Vegas Sands übrigens nicht gezeigt. In einer Pressekonferenz äußerte sich der Kabinettschef Yoshihide Suga nicht zur Entscheidung des US-Konzerns. Stattdessen teilte man nur mit, dass die Planungen für die Eröffnung der Casino Resorts nach wie vor eingehalten werden sollen. Gelingt dies, könnte sich die Liberalisierung der Branche möglicherweise zu einem echten Erfolg entwickeln. Die Regierung schätzt, dass durch drei Resorts im Lande jährlich mehr als 20 Millionen US-Dollar in die Haushaltskassen fließen könnten. Damit wäre Japan nach Macau die Glücksspielmetropole in Asien. Bisher allerdings steuert der Markt eher auf eine problematische Situation zu. Unklar ist zudem, wie die Spielcasinos nach ihrer Eröffnung von der kritischen Bevölkerung angenommen werden. Auch bei grünem Licht der Regierung gibt es immerhin keine Garantie dafür, dass sich die Investments im Land der aufgehenden Sonne auch wirklich auszahlen.

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Der Beitrag wurde am 22.5.2020 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern , , , , , veröffentlicht.
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