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Zehn Jahre Betrug im Louvre – neun Festnahmen

Das Louvre hat es momentan nicht leicht, auch weil eigene Mitarbeiter beteiligt waren. Zehn Jahre lang konnten Betrüger im Museum ungestört Millionen abzweigen. Erst Ende 2024 schlug das Louvre selbst Alarm. Nun hat die Pariser Staatsanwaltschaft neun Verdächtige festgenommen, darunter zwei Louvre-Mitarbeiter. Der Schaden beläuft sich auf über zehn Millionen Euro.

Illustration eines organisierten Betrugsnetzwerks: Personen in grünen Tönen stehen im Kreis um Geldstapel vor der stilisierten Louvre-Glaspyramide, verbunden durch Linien und Pfeile, die das systematische Zusammenspiel symbolisieren - Erstellt mit AI durch Betrugstest Prompt.

Das Pariser Museum steht unter Druck. Nach dem Raub von Kronjuwelen im Oktober folgt nun der nächste Schlag. Ein Betrügernetzwerk plünderte das Louvre zehn Jahre lang aus.

  • Pariser Justiz nahm Touristenführer, zwei Louvre-Mitarbeiter und einen mutmaßlichen Hintermann fest.
  • Mitarbeiter kassierten Geld dafür, übergroße Gruppen durchzuwinken.
  • Verdächtige investierten ihre Gewinne in Frankreich und Dubai. Ermittlungen laufen parallel auch im Schloss von Versailles.

Ein System, aufgebaut über ein Jahrzehnt

Touristen fielen reihenweise auf das System rein. Gefälschte Tickets, überfüllte Gruppen, bestochene Mitarbeiter, hier ließen die Betrüger nichts aus. Für die Gruppenführungen mit mehr Teilnehmern als erlaubt, wurden natürlich überhöhte Preise gefordert und liefen am offiziellen Verkauf vorbei. Tickets wurden mehrfach verwendet oder gleich gefälscht. Die Parallelen zu betrügerischen Verkaufspraktiken im Netz liegen da auf der Hand, nur dass die Opfer hier vor Ort betrogen wurden. Und die Mitarbeiter? Sie sollen dafür bezahlt worden sein, wegzuschauen.

Am Dienstag, den 11. Februar schlugen die Ermittler zu. Unter den Festgenommenen befinden sich Touristenführer, zwei Louvre-Beschäftigte und eine Person, die als Kopf des Netzwerks gilt, wie der Tagesspiegel berichtete. Bei Razzien beschlagnahmte die Polizei über 957.000 Euro Bargeld, darunter 67.000 Euro in ausländischer Währung, sowie weitere 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 1,4 Millionen Euro.

Von Paris nach Dubai

Bisher ist nur klar, dass die Betrüger ihre Gewinne in Immobilien investierten, und das sowohl in Frankreich als auch in Dubai. Dass der Louvre mit 8,7 Millionen Besuchern im Jahr 2024 zu den meistbesuchten Museen weltweit zählt, dürfte die Taten begünstigt haben. Bei täglich tausenden Touristen fallen einzelne Gruppen schließlich kaum auf.

Das Museum hatte die Unregelmäßigkeiten erst Ende 2024 der Polizei gemeldet. Offenbar waren einem chinesischen Museumsführerpaar aufgefallen, das regelmäßig chinesische Touristen ins Museum schleuste. Um den Betrügerring zu überführen, setzten die Fahnder auf Überwachung und Abhöraktionen. Die Ermittlungen laufen parallel auch im Schloss von Versailles. Der Fall reiht sich in eine lange Liste aktueller Betrugsmaschen ein, die zunehmend professioneller organisiert sind.

Strengere Kontrollen, aber reicht das?

Der Louvre hat mittlerweile einen Plan zur Betrugsbekämpfung angeschoben. Strengere Kontrollen und technische Sicherheitsmaßnahmen sollen künftig verhindern, was über ein Jahrzehnt funktionierte. Doch das Museum steht bereits unter Druck. Im Oktober 2025 wurden bei einem Blitzeinbruch Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen. Im November musste eine Galerie wegen technischer Schäden geschlossen werden.

Lässt sich der angeschlagene Ruf retten?

Kann ein Museum, das täglich Zehntausende Menschen empfängt, also wirklich jeden Winkel überwachen? Der aktuelle Fall zeigt die Grenzen deutlich auf. Die Verdächtigen sollen am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Ob sie gestehen oder die Vorwürfe bestreiten, weiß bis jetzt noch niemand. Was bleibt, sind zehn Jahre, in denen der Betrug mutmaßlich funktionierte, und ein Museum, das nun doppelt unter Beweis stellen muss, dass es seine Sicherheitslücken schließen kann.

Anatol Tsirgiotis
Anatol testet unabhängig Buchmacher und Wett‑Apps, vor allem mit Fokus auf Sicherheit und Betrugsprävention. Er entlarvt Maschen wie Fake‑Lizenzen, Bonusfallen, Phishing und intransparente AGB und prüft die Lizenzlage, Datenschutzmaßnahmen sowie Ein‑ und Auszahlungen. Neue Anbieter müssen strenge Checks basierend auf expliziten Kriterien bestehen. Sein Ziel: Nur makellose Wettanbieter empfehlen.
Geschrieben von: Anatol Tsirgiotis
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