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WhatsApp, Facebook, Messenger: Meta dreht Scammern mit KI den Hahn zu

Meta kämpft zurück. Der Konzern hinter WhatsApp, Facebook und Messenger hat Anfang dieser Woche ein ganzes Paket neuer Anti-Scam-Funktionen ausgerollt und die haben es in sich. Warnhinweise, KI-gestützte Chaterkennung, verifizierte Werbetreibende. Scammern soll es nun an den Kragen gehen, doch reicht das wirklich?

Minimalistische Illustration in Grüntönen: Eine zentral platzierte Schutzfigur verbindet die Logos von Facebook, WhatsApp und Messenger und blockiert Symbole für Phishing und Geld-Betrug. - Erstellt mit AI durch Betrugstest Prompt.

WhatsApp, Facebook und Messenger erhalten neue KI-gestützte Schutzfunktionen gegen Betrug. Der Konzern reagiert damit auf Druck von Regulierern und Nutzern weltweit.

  • WhatsApp warnt jetzt in Echtzeit, wenn jemand versucht ein fremdes Gerät mit deinem Konto zu verknüpfen.
  • Facebook testet Warnhinweise bei Freundschaftsanfragen von Accounts ohne gemeinsame Kontakte, aus anderen Ländern oder mit verdächtig jungem Erstelldatum.
  • 159 Millionen Scam-Anzeigen löschte Meta 2025 von seinen Plattformen.

Was Meta jetzt konkret ändert

Fangen wir mit der Funktion an, die wohl die meisten Menschen direkt betrifft. WhatsApp-Nutzer werden künftig gewarnt, wenn jemand versucht, ihr Konto mit einem fremden Gerät zu verknüpfen. Klingt technisch, ist aber ein verdammt häufiger Trick. Kriminelle geben sich zum Beispiel als Casting-Agenturen oder Abstimmungsplattformen aus und fordern Nutzerinnen und Nutzer auf, einen QR-Code zu scannen oder einen Code einzugeben. Wer das tut, landet unter Umständen in der Falle.

WhatsApp zeigt ab sofort an, woher die Geräteverknüpfungsanfrage stammt, und Nutzer können sie direkt ablehnen. Das BSI warnt seit Jahren vor genau solchen Methoden und rät grundsätzlich dazu, unbekannte Links und Codes niemals leichtfertig zu bestätigen. Ein kleiner Schritt mit potenziell großer Wirkung, ähnlich wie bei der wachsenden Smishing-Welle in Deutschland, bei der Betrüger ebenfalls auf Täuschung via Link setzen.

Facebook testet derzeit Warnhinweise bei verdächtigen Freundschaftsanfragen. Wer eine Anfrage von einem Account bekommt, der kaum gemeinsame Kontakte hat, ein anderes Land angibt oder erst kürzlich erstellt wurde, sieht eine Warnung mit der Empfehlung, die Anfrage zu blockieren oder abzulehnen. Betrüger bauen sich oft über Monate hinweg glaubwürdige Profile auf, bevor sie dann über den Messenger zuschlagen. Wie solche Fake-Profile in sozialen Medien aufgebaut werden und wie man sie enttarnt, lässt sich bei uns nachlesen.

Auf Messenger erweitert Meta ab März 2026 die KI-gestützte Betrugserkennung auf weitere Länder. Erkennt das System Muster typischer Betrugsmaschen wie verdächtige Jobangebote, werden Nutzer gewarnt und gefragt, ob sie den Chat-Verlauf zur KI-Prüfung freigeben möchten. Stimmen sie zu, analysiert die KI den Kontext und schlägt vor, den Account zu blockieren oder zu melden.

Die Zahlen dahinter ansehnlich, aber ernüchternd

veröffentlichte gleichzeitig bemerkenswerte Zahlen, die das Unternehmen in seiner offiziellen Ankündigung [Quelle auf Englisch] dokumentiert. 159 Millionen Scam-Anzeigen wurden 2025 entfernt, 92 Prozent davon proaktiv, bevor überhaupt jemand Meldung erstattet hatte. Dazu kamen über 10,9 Millionen gesperrte Accounts auf Facebook und Instagram, die mit organisierten Betrugszentren in Verbindung standen.

In einer gemeinsamen Aktion mit der Royal Thai Police, dem FBI und dem DOJ wurden 21 Verdächtige festgenommen und über 150.000 Accounts deaktiviert. Diese Netzwerke standen hinter gefälschten „digitalen Verhaftungen” und Krypto-Betrügereien. Was hinter solchen Strukturen steckt, zeigt der aktuelle Fall der Scam-Fabriken in Kambodscha eindrücklich.

Der Haken an der Sache

So beeindruckend die Maßnahmen klingen, liegt trotzdem ein Schatten auf der ganzen Sache. Eine Reuters-Recherche aus dem Herbst 2025 legte nahe, dass Meta intern wusste, täglich rund 15 Milliarden risikobehaftete Anzeigen auszuspielen und damit schätzungsweise sieben Milliarden Dollar im Jahr zu verdienen. 42 US-Staatsanwälte schrieben Meta an, Consumer Reports forderte die FTC zum Handeln auf. Meta bestreitet diese Darstellung, aber die neuen Tools kommen nicht zufällig genau jetzt.

Immerhin sollen bis Ende 2026 90 Prozent der Werbeeinnahmen von verifizierten Werbetreibenden stammen, heute sind es rund 70 Prozent. Ob das reicht, um das Vertrauen nachhaltig zurückzugewinnen, werden die Nutzerinnen und Nutzer beurteilen.

Lars Vollmer
Vom Fußballplatz bringt er seine Fairplay-Haltung mit: Lars prüft neue Wettanbieter und Online Casinos gründlich auf Sicherheit, Lizenzierung, Spielerschutz und transparente Bonusbedingungen – bis ins Detail, von Quoten und Ligenabdeckung bis hin zu Zahlungsoptionen wie PaysafeCard oder PayPal. Mit regelmäßigen Markt-Updates, klaren Testkriterien und präziser Routine entlarvt er Täuschungen und empfiehlt nur Seiten, die er selbst nutzen würde.
Geschrieben von: Lars Vollmer
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