3.500, so viele betrügerische Telefonnummern haben Ermittler in Karlsruhe jetzt auf einen Schlag erneut vom Netz genommen. Genau die Leitungen, die Cyberkriminelle für den Enkeltrick oder falsche Investment-Angebote missbraucht haben. Für die Betrüger bedeutet das massiven Stress, für dich vor allem eins, nämlich mehr Ruhe am Telefon.
Kein Anschluss für Kriminelle. Spezialisten des LKA Baden-Württemberg und aus Karlsruhe zielen nicht auf einzelne Anrufer, sondern zerstören die gesamte technische Infrastruktur der Betrüger und kappen damit ihre Kommunikationswege.
- Behörden nehmen den Tätern ihr Werkzeug weg und zielen auf das Geschäftsmodell „Crime-as-a-Service“.
- Zugriff setzt die „Operation Herakles“ fort, bei der bereits tausende Webseiten im Herbst 2025 abgeschaltet wurden.
- Vorgehen erhöht die Kosten für Täter und soll Deutschland als Tatort unwirtschaftlich machen.
Die nächste Stufe der Operation Herakles
Im Herbst 2025 berichtete auch Betrugstest.com ausführlich darüber, wie Ermittler im Rahmen der „Operation Herakles“ über 1.400 betrügerische Webseiten vom Netz nahmen. Die jetzige Abschaltung der Rufnummern ist die direkte Fortsetzung des Plans. Ein Team aus Spezialisten des LKA Baden-Württemberg, des Cybercrime-Zentrums und der Finanzaufsicht BaFin macht damit klar, dass sie die technische Basis der Täter systematisch zerstören können.
„Mit der Operation Herakles zeigen wir, dass wir Cyber-Kriminelle nicht nur verfolgen, sondern ihnen auch aktiv die Grundlage ihres Handelns entziehen. Die nun abgeschalteten Rufnummern stehen für tausende potenzielle Betrugsversuche, die wir damit verhindert haben. Unser Ziel ist klar: Deutschland soll für Tätergruppen, die sich moderner Telekommunikation bedienen, zu einem ausgesprochen schwierigen Terrain werden. Der Erfolg bestätigt, dass ein entschlossenes, koordiniertes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden gemeinsam mit starken Partnern wie der BaFin wichtig ist.“
Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier – Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe
Das Spiel der Anrufer
Die Anrufer arbeiten mit psychologischem Druck und einem klaren Plan. Ob als falscher Polizist, angeblicher Enkel in Not oder smarter Anlageberater, der einmalige Gewinne verspricht. Die Geschichten variieren, doch das Ziel ist immer dasselbe, nämlich dich emotional unter Druck zu setzen und zu einer schnellen Geldüberweisung zu drängen.
Die Strategie: Die Infrastruktur der Täter lahmlegen
Der Ansatz der Ermittler ist nach wie vor strategisch. Anstatt nur einzelne Anrufer zu jagen, zielen sie auf die gesamte technische Infrastruktur. Internationale Netzwerke mieten sich gezielt deutsche Rufnummern und andere Dienste, um seriös zu wirken. Dieses Modell nennt sich „Crime-as-a-Service“. Indem die Behörden diese Dienste lahmlegen, machen sie Deutschland als Standort für dieses kriminelle Geschäft unattraktiv und teuer. Der Aufwand für die Täter soll dabei den potenziellen Gewinn übersteigen.
So schützt du dich effektiv
Der wichtigste Schutz beginnt bei dir. Wenn du bei einem Anruf ein komisches Gefühl hast, vertrau darauf. Gib am Telefon niemals persönliche Daten, Passwörter oder Bankinformationen weiter. Lass dich unter keinen Umständen zu schnellen Entscheidungen drängen, egal wie glaubwürdig die Geschichte klingt. Im Zweifel gilt eine eiserne Regel: Leg sofort auf und sprich danach mit jemandem, dem du vertraust.
Geschrieben von: 