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Erneute Großrazzia gegen Faksimile-Bande: 11 Millionen Euro Schaden, fünf Festnahmen

Am 25. März 2026 haben Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Hessische Landeskriminalamt eine bundesweit agierende Betrugsbande zerschlagen. Rund 200 Beamte durchsuchten 27 Objekte in Hessen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Fünf Personen wurden festgenommen. Die Bande soll seit 2022 mindestens 370 Menschen um insgesamt rund 11 Millionen Euro gebracht haben.

Illustration mehrerer Polizisten in Schutzausrüstung mit Helmen und Schildern, die Personen festnehmen und Beweismittel sichern. Im Hintergrund Gebäude und Netzwerkdiagramme, im Vordergrund Stapel aus Geldscheinen und Büchern.  - Erstellt mit AI durch Betrugstest Prompt.

Erst der Anruf, dann das Versprechen, zuletzt die Vorauszahlung. Was wie ein Glücksfall klang, war ein bundesweit organisierter Betrug mit 370 Opfern und 11 Millionen Euro Schaden.

  • Ältere Menschen wurden mit dem Versprechen gelockt, ihre Bücher für astronomische Summen verkaufen zu können.
  • Fünf Beschuldigte sitzen jetzt in Untersuchungshaft.
  • Ermittler beschlagnahmten einen Mercedes AMG, zwei Immobilien und froren 50 Bankkonten ein. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 11 Millionen Euro.

So funktioniert der Faksimile-Betrug

Die Masche richtet sich vor allem an ältere Menschen, die glauben, wertvolle Bücher zu besitzen, sogenannte Faksimiles. Die Täter nahmen Kontakt zu den Opfern auf und täuschten ihnen vor, Käufer gefunden zu haben, die bereit seien, astronomisch hohe Preise zu zahlen. Bevor das Geld fließe, so die Betrüger, müssten zunächst Vorauszahlungen geleistet werden, etwa für Transport, Versicherung oder ähnliche vorgetäuschte Posten.Das Geld für die Bücher kam nie.

Einige Opfer wurden so unter Druck gesetzt, dass sie eigens Bankkredite aufnahmen, um die geforderten Beträge überhaupt zahlen zu können. Die Verbraucherzentrale warnt seit Jahren vor dieser Masche und hat bislang keinen einzigen Fall dokumentiert, in dem eine Sammlung tatsächlich gewinnbringend verkauft wurde.

Wir haben auf betrugstest.com bereits über den Faksimile-Betrug und die zugrundeliegende Masche berichtet.

Die Gruppe agierte professionell und arbeitsteilig. Unter dem Deckmantel von Scheinfirmen mit Sitz überwiegend in Frankfurt am Main nahm ein Callcenter-Team den ersten Kontakt auf. Sogenannte Vertriebspartner übernahmen danach die direkte Kommunikation mit den Opfern, teils inklusive persönlicher Besuche.

Die Beschuldigten

Als Kopf der Bande identifizierten die Ermittler einen 36-jährigen Deutschen aus dem Raum Unterfranken. Ihm wird vorgeworfen, eine Gruppe von drei türkischen Staatsangehörigen angeleitet zu haben, die den direkten Kontakt zu den Opfern hielten. Eine 33-jährige Deutsch-Eritreerin wurde in Frankfurt festgenommen; sie soll im Callcenter-Bereich gearbeitet haben. Gegen alle fünf wurden Haftbefehle wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs vollstreckt.

Die vollständige Pressemitteilung der Polizei Hessen ist online abrufbar.

Was die Ermittler sicherstellten

Die Behörden vollstreckten 22 Arrestbeschlüsse über die gesamte Schadenssumme von rund 11 Millionen Euro. Sichergestellt wurden ein Mercedes AMG im Wert von mehr als 200.000 Euro, zwei Immobilien in Unterfranken sowie 50 Bankkonten. Die Ermittlungen dauern an.

Was du wissen solltest

Kein seriöser Käufer verlangt vom Verkäufer eine Vorauszahlung. Wer unerwartet kontaktiert wird und angeblich wertvolle Bücher besitzt, für die sich Käufer melden, sollte das Gespräch beenden und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Roland Herrmann
Zahlen sind seine Leidenschaft – Sicherheit sein Maßstab. Roland berichtet fair und objektiv, prüft Broker, Depots und Online Casinos mit detektivischem Blick: von Lizenz und Transparenz über Gebühren, Zahlungsverkehr und Auszahlungen bis hin zu Servicequalität. Eigene Investmenterfahrung und strenge Routinen helfen ihm, kleinste Auffälligkeiten aufzudecken und nur Anbieter zu empfehlen, die er selbst nutzen würde.
Geschrieben von: Roland Herrmann
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