Im deutschen Fußball sorgt eine neue Betrugsmethode momentan für Unruhe. Über WhatsApp geben sich Kriminelle als bekannte Sportdirektoren und Vereinsmanager aus. Ziel ist es, Spielerberater zu kontaktieren, einen lukrativen Transfer vorzutäuschen und sie anschließend zu hohen Vorauszahlungen zu bewegen. Für die Berater kann der Schwindel den finanziellen Ruin bedeuten.
Top-Deal per WhatsApp? So prellen falsche Vereinsbosse mit gefälschten Transfers gezielt Spielerberater um Tausende Euro.
- Neuer WhatsApp-Betrug zielt auf deutsche Profiklubs ab.
- Falsche Sportchefs fordern Geld für angebliche Transfers.
- Ein Berater zahlte bereits 8.500 Euro an die Täter.
So zocken die Täter Spielerberater ab
Die Betrüger gehen nach einem einstudierten Schema vor, das auf die typische Transfermarkt-Hektik abzielt. Die Bild-Zeitung, die bereits über die Fälle berichtete, nennt die Methode „Transfer Scamming“ in Anlehnung an das bekannte „Love Scamming“. Denn alles beginnt mit einer professionellen und zugewandten Kontaktaufnahme und endet mit einer schnellen, unseriösen Geldforderung.
Gefälschte Profile und falsche Versprechen
Die Kriminellen arbeiten nach einem klaren Muster. Zuerst bauen sie eine professionelle Fassade auf und simulieren konkretes Transferinteresse. Sobald der Berater Vertrauen gefasst hat und einen Abschluss wittert, schalten die Täter einen Gang hoch. Unter dem Vorwand angeblicher Gebühren oder unerwarteter Kosten wird dann plötzlich Zeitdruck erzeugt.
Die Forderung nach schnellem Geld
Steht der angebliche Transfer kurz vor dem Abschluss, kommt die entscheidende Forderung. Unter einem Vorwand, etwa einem kurzfristig angesetzten Medizincheck für den Spieler, verlangen die Täter Vorauszahlungen im vierstelligen Bereich.
Um letzte Zweifel beim Berater auszuräumen, schicken sie sogar gefälschte Dokumente. Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück, Reisepässe zu manipulieren oder die Unterschrift eines echten Sportdirektors zu fälschen. Das Geld soll dann meist umgehend überwiesen werden, um den Deal angeblich nicht zu gefährden.
Welche Klubs im Fokus der Betrüger stehen
Die Betrugswelle hat längst mehrere Vereine erreicht. Die Namen von Holstein Kiel, dem SV Darmstadt 98 und der SV Elversberg wurden bereits für die Abzocke missbraucht. Allein bei einem Zweitligisten zählte man zuletzt 50 Kontaktversuche in nur drei Monaten. Dass die Täter damit erfolgreich sind, zeigt ein Fall aus dem Dezember.
Ein Spieleragent überwies 8.500 Euro für einen vorgetäuschten Medizintest. Als Beleg erhielt er das Foto eines Reisepasses, auf dem die Namen zweier verschiedener Vereinsbosse standen. Trotz dieser offensichtlichen Fälschung floss das Geld. Für die betroffenen Klubs, die mit den Vorgängen nichts zu tun haben, bedeutet das vor allem Ärger und einen großen Reputationsschaden.
Kaum Hoffnung auf Aufklärung
Die Betrugsserie beschäftigt inzwischen auch die Behörden. Sowohl die Deutsche Fußball Liga als auch die Spielergewerkschaft verfolgen die Entwicklung mit Sorge, die Landeskriminalämter haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Aussichten auf eine erfolgreiche Strafverfolgung sind jedoch gering.
Erste Spuren deuten darauf hin, dass die Täter aus dem außereuropäischen Ausland agieren, was den Zugriff für deutsche Ermittler extrem erschwert. Fachleute befürchten, dass die Zahl der Betrugsversuche in der anstehenden Winter-Transferperiode weiter steigen wird.
In dieser hektischen Phase sehen die Kriminellen offenbar gute Gelegenheiten. Der wichtigste Schutz bleibt die direkte Rücksprache. Berater sollten bei jeder ungewöhnlichen Zahlungsforderung den Kontakt zum jeweiligen Verein suchen, um die Identität des Absenders zweifelsfrei zu klären.
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